Fragen und Antworten zu den net culture labs. Hintergrund, Projektauswahl, Ablauf und wie sich jede/r beteiligen kann.
Was ist das net culture lab?
Auf Initative von Telekom Austria Vorstand Gernot Schieszler, Martin Bredl dem Kommunikationsleiter der Telekom Austria und Roland Alton Scheidl (osAlliance) werden ab Mai 2007 zwei Innovationslabors für Netzkultur an den Standorten Museumsquartier Wien und Bertolini Haus Dornbirn zugänglich sein.
Die Innovationsinitiative der Telekom Austria setzt zwei Kuratoren ein, die spannende Konzepte auswählen und fördern sollen: Pro Projekt werden einige tausend Euro bereitgestellt, um Prototypen in einem anregendem Ambiente umsetzen zu können. Die KuratorInnen vergeben Projektaufträge und werden sich aktiv an der Projektgestaltung beteiligen und versuchen, Kontakte zu vermitteln, damit daraus ein (Kunst-)Werk, ein Produkt oder eine Dienstleistung entwickelt werden kann. Neben den Kuratoren gibt es als Unterstützung sogenannte Facilitatoren, die technische Hilfestellung für die Verwirklichung der ausgewählten Projekte geben und ein Coaching für die businessrelevante Aufbereitung von Projektideen anbieten. Netculturelabs vergeben keine Projektsubventionen wie andere Projekte oder staatliche Förderungen sondern versuchen zielgerichtet Projekte mit einem bestimmten Projektfokus zu entwickeln und umzusetzen.
Wie entstanden die net culture labs?
Die creativwirtschaft.at versucht die Rahmenbedingungen für Kreativschaffende zu fördern. Roland Alton-Scheidl hatte dort mit Martin Bredl, dem Kommunikationsleiter der Telekom Austria, über verschiedene Massnahmen zur Förderung von jungen Talenten gesprochen (siehe auch den Blogeintrag dazu). Roland hat in der Folge ein Konzept für die net culture labs ausgearbeitet, mit osAlliance Mitgliedern ein Team zusammengestellt und mit Thomas Thurner einen Projektleiter mit einschlägiger Erfahrung gefunden.
Was machen die net culture labs?
Die “net culture labs” möchten Communities, GründerInnen, EntwicklerInnen und Initativen im Bereich der Digitalen Kultur unterstützen ihre Projekte und Ideen um einen entscheidenden Schritt in Richtung Realisierung weiterzuentwickeln. Wir sprechen dabei eine Einladung aus, gemeinsam mit uns und hinzugezogenen Fachleuten aus Technik und Marketing einige Monate konzentriert das eigene Projekt auf einen “next level” zu bringen. Das kann ein ausgearbeiteter Businessplan ebenso sein, wie ein Seed-Financingkonzept, ein Prototyp oder eine Projektpräsentation.
Unsere Labors haben wir so ausgestattet, dass für ein Arbeiten an Anwendungen der Zukunft die technischen Möglichkeiten vorhanden sind, aber auch Spass, Unterhaltung und Entspannung ihren Raum finden.
Welche Angebote bietet ein net culture lab?
net culture labs bieten ein kreativ-innovatives Umfeld und den Raum für Veranstaltungen, Ausstellungen, Sprints, Barcamps und Workshops. Wer dort tätig ist, kann eine Reihe weiterer Angebote nutzen:
Welche Pflichten gehen Projektnehmer ein?
Für einen Projektauftrag müssen folgende formale Kriterien erfüllt werden:
Wer entscheidet über einen Projektauftrag?
Kuratoren vergeben unkompliziert Zusagen. Facilitators können Kleinmaterial besorgen und sie verwalten die Laptops und andere Ressourcen.
Wie werden Projekte zur Förderung ausgewählt?
Projekte durchlaufen einen zwei- bis vierstufigen Prozess. Interessante Projekte werden eingeladen, im netculture lab eine Projektskizze zu schärfen. Im ersten Schritt muss sich ein jedes Projekt, mit einer kurzen Beschreibung über die Projektziele und wie diese erreicht werden sollen, vorstellen. Die Idee muss öffentlich in einem Lab präsentiert werden.
Dann werden in Einzelgesprächen mit den Kuratoren und FacilitatorInnen der Fokus beleuchtet. Ein Kurator trifft sodann, bei Bedarf unter Beiziehung der Meinung eines weiteren Kurators oder des Projektbeirats, die Entscheidung, einen Projektauftrag zu vergeben und/oder notwendiges Material anzukaufen.
Der dritte Schritt besteht in der Auswahl einiger bereits geförderter Projekte, die zusätzlich für die Präsentation eines funktionalen Prototyps, Mockups oder Blueprints vorgeschlagen werden. Facilitatoren und Kuratoren helfen den ausgewählten Projekten, die dritte Projektphase abzuschließen und für die Ausarbeitung eines Businessplans und/oder eine finale Präsentation vor dem Projektbeirat ihr Projekt optimal aufzubereiten.
Der Projektbeirat entscheidet dann über eine weitere Unterstützung oder Fortführung des Projektes. Im vierten Projektschritt wird auf eine mögliche Seedfinancingrunde vorbereitet und in der Erstellung der Unterlagen unterstützt. Projekte hingegen mit rein künstlerischem Anspruch sollen in der vierten Phase eine Unterstützung für weitere Präsentationsmöglichkeiten erhalten.
Wie viele Projekte werden gefördert?
Im Jahr 2007 steht ein Fördervolumen von maximal € 90.000.- zur Verfügung, wir planen, etwa 10 bis 15 Projekte zu beauftragen; ein Richtwert sind ca. € 1.000.- bis € 6000.- pro Projekt für Material- und Werkvertragskosten.
Wer ist im Projektbeirat?
Der Beirat begleitet die net culture labs in wichtigen Entscheidungen. Er vergibt keine Projektaufträge (das machen die Kuratoren), leitet jedoch Projekte in die Phase 4 über (s.o.).
Mitglieder sind (Stand Juni 2007):
Telekom Austria Vorstand Gernot Schieszler
Martin Bredl, Kommunikationsleiter der Telekom Austria
Roland Alton Scheidl, Vorstand osAlliance, Fachhochschule Vorarlberg
Andrea Mayer, ncl Facilitatorin Wien
Eric Poscher, ncl Facilitator Dorbirn
Gerin Trautenberger, Microgiants
Thomas Thurner, Team Teichenberg
Thomas Fundneider, tf consulting
Armin Sumesgutner, Innovationsmanagement Telekom Austria
Markus Seidl, FH St. Pölten
Wem gehören die Projektergebnisse?
Es gilt das Urheberrecht, somit kann die Urheberschaft nicht weitergegeben werden. Wir forcieren die Anwendung der GNU Public License bzw der Creative Commons Lizenz CC-by-sa. Die Betreiberin der net culture labs, die Genossenschaft osAlliance.com, erhält auf jeden Fall nicht exklusive Nutzungsrechte, um etwa das Projekt präsentieren zu können. Details sind im Projektauftrag geregelt.
Material, das von der Genossenschaft oder der Telekom Austria angekauft worden sind, bleiben in dessen Anlagenverzeichnissen; Geräte, die ausgeborgt worden sind (zB Laptop), müssen nach Projektende retourniert werden.
Muss ich meinen Projektauftrag versteuern?
Bei Einkommen bis € 10.000,– fällt keine Einkommensteuer an und ist im Normalfall auch keine Einkommensteuererklärung abzugeben, sofern man aus bestimmten Gründen nicht vom Finanzamt dazu aufgefordert wird.
Zu beachten gilt es insbesonders auch die Grenze für die Familienbeihilfe. Dabei darf ein Einkommen von € 8.725,– nicht überschritten werden, ohne dass dadurch der Anspruch auf Familienbeihilfe wegfallen könnte.
In diesem Zusammenhang sind Einkünfte bis € 4.093,92 jährlich / € 341,16 monatlich aus selbständiger Tätigkeit sozialversicherungsfrei (Geringfügigkeitsgrenze), sofern keine weiteren selbständigen oder unselbständigen Bezüge vorliegen. Wenn auch keine anderen
unselbständigen Bezüge (insbesondere echte Dienstverhältnisse) vorliegen, dann sind Einkünfte in Höhe von € 6.453,36 jährlich / € 537,78 monatlich sozialversicherungsfrei.
Jeder Dienstnehmer darf zu seinem Lohn zusätzlich jährlich € 730,00 steuerfrei dazuverdienen und auch in Rechnung stellen (Rechnung ohne MWSt).
Im Falle eines Projektauftrages können wir den Werkvertrag so gestalten, dass diese Grenzen eingehalten werden.
Wie erhalte ich Zugang zum net culture lab?
Zu den Betreuungszeiten oder identifiziert mit Code (in Wien) oder Mobiltelefon (in Dornbirn). 24/7 Zugang gibt es gegen Vorlage eines Ausweises sowie gegen Unterzeichnung der Nutzungsbedingungen.
Wie kommunizieren die Lab - Benutzer miteinander?
Die Nutzer treffen sich vor Ort und verwenden primär eine Mailingliste, bitte dort registrieren. Wer nur an Veranstaltungen interessiert ist, subskribiert die News-Mailingliste. Noch wichtiger sind jedoch die Begegnungen vor Ort.
Was ist die osAlliance?
osAlliance ist ein Zusammenschluß von Freien und Selbständigen in einer Genossenschaft, um im Verbund Aufträge abzuwickeln oder Forschungsprojekte umzusetzen.
Kann ich Mitglied der Genossenschaft werden?
Ja, in der osAlliance sind bereits mehr als 25 Mitglieder tätig, die einzeln oder gemeinsam an spannenden Themen arbeiten. Als Mitglied kannst Du den weiteren Weg mitbestimmen und zB den Vorstand in der Generalversammlung wählen. Mit einem Partnervertrag kannst Du aktiv weitere Projekte über die Genossenschaft umsetzen.
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Wie und was ist ein "enabling space"? Zum einjährigen Jubiläum liegt sie nun vor - die Dokumentation der net culture labs in Wien und Dornbirn. Die Broschüre beschreibt auf 86 Seiten Projekte, Methode und Zwischenergebnisse. Mit Beiträgen von Roland Alton-Scheidl (HG), Jana Herwig (HG), Thomas Fundneider, Helmut Leopold, Eric Poscher, Markus F. Peschl und Gerin Trautenberger [
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